Villa d'Este
Ein monumentaler Spielplatz für Reich & Schön
Ein gutes Jahrhundert später ist so manches noch immer filmreif, jetzt mal abgesehen von der zeitlosen Eleganz in Gängen, Salons und Suiten. Im Restaurant Veranda schwärmt eine wahre Kellnerkompanie in weißen Jacketts aus. Für männliche Gäste besteht Krawatten- und Sakkopflicht. Ganz so steif wie befürchtet ist es dann doch nicht. Dezente Pianomusik von der Bar unterfüttert das Risotto Gran Riserva mit weißem Alba-Trüffel. Auch die Nachspeisenauswahl hat was von Evergreen: Piccola Sacher oder doch lieber Crêpe Suzette?
Die logische Fortsetzung wären zuckersüße Träume gewesen. Hatte ich auch. Allerdings wunderte ich mich vorher ein wenig über die für einen größeren Mann doch relativ enge Duschkabine im Mar- morbad der Junior Suite und eine Bettwäsche, die durchaus weicher sein könnte. Die Morgensonne bagatellisiert dann alle Einwände – sie knallt herrlich auf meine Terrasse, auf den einladenden Floating Pool im See und die 500 Jahre alte Platane im Park. Eine Sehenswürdigkeit für sich ist auch die 110 m2 große Terrasse der Cardinal Suite, wo im Vorjahr die Obamas und Clooneys gemeinsam tafelten.
Kurz vor meinem Arrivederci künden knatternde Helikopter auch schon den nächsten hohen Besuch an: Ministerpräsident Conte gibt sich die Ehre. Normalität in der Villa d’Este, der ewig jungen Spielwiese für Promis und Poser.