Eine Insel mit Haltung
Vulkanlandschaft, Lorbeerwald und Atlantik auf engstem Raum: Teneriffa hat gelernt, seine schönsten Orte zu schützen, statt sie auszustellen. Das verändert, wie sich die Insel anfühlt – am Berg, am Tisch und auf dem Grün.
Wandern und Walbeobachtung
Wer heute auf den Gipfelweg Telesforo Bravo will, plant im Voraus. Für ausgewählte Wanderwege im Teide-Nationalpark braucht es eine Genehmigung über die Plattform Tenerife ON, für bestimmte Zeitfenster inzwischen auch eine Gebühr. Das verändert das Erlebnis spürbar: weniger Betrieb auf dem Pfad, mehr Ruhe für den Blick. Es ist dieselbe Logik, die die Insel seit Jahren verfolgt – 2021 erhielt sie die Biosphären-Zertifizierung des Instituts für verantwortungsvollen Tourismus, 2023 wurde sie erneuert, und mit dem Projekt REGENERATe holt Teneriffa Besucher aktiv in die Pflege seiner Naturräume. Am deutlichsten wird diese Haltung draußen auf dem Wasser. Der Meeresstreifen zwischen dem Süden der Insel und La Gomera trägt die HOPE-Spot-Zertifizierung von Mission Blue, der Organisation der Ozeanografin Sylvia Earle. Wenige Meilen vor der Südwestküste ziehen das ganze Jahr über Große Tümmler und Grindwale ihre Bahnen. Wer mit einem der Anbieter fährt, der sich der Charta für die Nachhaltigkeit der Walbeobachtung verpflichtet hat, erlebt Sichtungen, bei denen die Tiere den Vortritt haben.
Im Norden führt dann irgendwann eine schmale Straße durch Rebzeilen und an ihrem Ende steht ein Guachinche: Diese improvisierten Lokale haben die lockere Atmosphäre eines Marktstands bewahrt; ein paar Tische, Hausmannskost, ein Glas Wein aus eigener Lese. Entstanden sind sie aus dem Bedürfnis der Winzer, ihren Überschuss zu verkaufen – der Weinbau kam im 15. Jahrhundert mit den ersten Europäern auf die Insel und bringt heute, geprägt von Lavaböden und Passatwinden, sechs geschützte Ursprungsbezeichnungen hervor.
Kulinarik wird auf der Insel auf höchstem Niveau zelebriert
Nicht weniger als neun Restaurants auf Teneriffa sind mit Michelin-Sternen ausgezeichnet: Haydée by Víctor Suárez im Hotel Gran Tacande, El Taller Seve Díaz in Puerto de la Cruz, Restaurant Martín Berasategui im The Ritz-Carlton Tenerife, Abama, El Rincón de Juan Carlos, Il Bocconcino und San-Hô im Royal Hideaway Corales Resort, Nub im Hotel Bahía del Duque, Donaire im Hotel GF Victoria sowie Taste 1973 im Hotel Villa Cortés.
Bleibt das Grün. Typisch für Teneriffa: An einem Tag spielt man auf einem Bergplatz in 700 Metern Höhe, am nächsten an der Küste, wo die Greens bis an die Klippen reichen und der Ball vor dem Rauschen der Brandung fällt. Palmen, Kakteen und Tabaibas säumen die Fairways, Donald Steel und Severiano Ballesteros haben hier ihre Handschrift hinterlassen. Acht Plätze stehen zur Wahl, dazu die Gewissheit, dass die Saison nie endet: Auf Teneriffa dauert der Frühling von Jänner bis Dezember. Zurück im Hotel schließt sich der Kreis – etwa in den Royal Hideaway Corales Villas in Costa Adeje mit privaten Pools und regionaler Spitzenküche oder im Gran Hotel Taoro im Norden mit historischen Gärten direkt über dem Atlantik.
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