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Mr. & Mrs. Connoisseur | #3

17. Jänner 2022

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Wir feiern die Touristiker, die - wir wir - optimistisch in die Zukunft blicken, gehen im Emirat Dubai im 77. Stock baden, genießen New Yorker Gastfreundschaft bei klirrender Kälte im Zelt und lachen herzlich und ein bißchen traurig über den Flughafen der Hauptstadt. Der Reise-Blog von Simone und Andreas Dressler.

GESEHEN
Ein letztes Schlupfloch zwischen Delta und Omikron: Das hat wohl der International Luxury Travel Market (ILTM) gefunden, der vor gut einem Monat als Präsenzveranstaltung in Cannes über die Bühne gegangen ist. Macht nachdenklich - und ein wenig sentimental. Denn mit den gewohnten Branchen-Events der Touristik - der ITB, der LOOP oder dem Schweizer Ferientag - siehts für Treffen „face to face“ derzeit ja durchwachsen aus. Immerhin: Der exklusive Luxusreise-Treff Loop Spring wird im portugiesischen Cascais erfolgreich realisiert werden. Aber daß das weltgrößte Touristik-Get-Together, die ITB, am Messegelände in Berlin wieder abgesagt wurde, ist nicht nur höchst schade, sondern auch ein echter Stimmungskiller nach zwei Jahren Pandemie.

2020 hatte uns Innenminister Seehofer im letzten Moment (also zwei Tage vor Beginn der Veranstaltung) die jährliche Connoisseur Circle-Gala für 400 Gäste „abgeschossen“. Manche unserer Gäste wie der argentinische Tourismusminister saßen schon im Flieger nach Berlin, als sie (...falls sie....?) die frohe Kunde erreichte.

Wie Reaktionen ausfallen, wenn sich Menschen (mit Maske, selbstverständlich) dann doch „in echt“ zwischendurch einmal physisch treffen und austauschen dürfen, möchten wir Ihnen nicht vorenthalten. Eine regelrechte Explosion an guter Stimmung: So lassen sich unsere Treffen mit den Touristik-Größen auf der ILTM 2021 in Cannes bilanzieren. Kostproben gefällig?

Luxus als Turbo der Touristik-Industrie: Die ILTM feierte ihr Revival.
Die Branche blickt gespannt auf die ITB im März.

Stephan Laguette, Ozon Collection: ..."nie zuvor war die ILTM wichtiger als in diesem Jahr! Wir waren nicht enttäuscht."
Loic Fresard, Lily of the Valley (Wellness-Retreat by St. Tropez): …"die Stimmung war vorwärtsgerichtet und die Zukunft strahlend: Diese Jahr war von Optimismus, positiver Einstellung und Wiedersehensfreude gekennzeichnet..."
Phil Dickinson, Qatar: "...großartiges face-to-face-networking für unser Geschäft".

Fazit eins: Give me a hug! Nichts ist so wichtig wie ein (Wieder)sehen ohne Bildschirm.
Fazit zwei: Luxury sells! Alle Anbieter von Luxusreisen berichten unisono von einem gut aufgegleisten Geschäft. Der Zug fährt also ab: 2023 wird auch der beliebte Orient Express wieder loslegen, heute als Accor-MARKE.

GEHÖRT
Obwohl die Emirate aktuell gerade ebenfalls mit Omikron ein Thema haben: Der Herbst war heiß. Speziell Öffnungs-Weltmeister und Weltausstellungs-Inszenator Dubai hat seine Chance genützt: Ein Feuerwerk an Hotelneueröffnungen im Luxussegment und gnadenlos gutes Destinationsmarketing zog das von schlechten Nachrichten genervte Publikum in Massen an den Golf. Unsere Korrespondentin Angelika Möller machte es besser als wir (wir verschoben unsere Reise aus Sorge, nicht rechtzeitig vor Redaktionsschluß wieder nach Europa einfliegen zu dürfen): Sie blieb nämlich gleich mehrere Wochen am Golf. Von einem ihrer vielen Interviews, und zwar jenem mit Marianne Fitzgerald, der General Managerin des Adress Beach Resorts Dubai, war Möller restlos begeistert: „Es ist immer etwas Besonderes, auf Menschen zu treffen, die bereits auf den ersten Blick eine herzliche und zugewandte Ausstrahlung haben“. Fitzgerald ist gebürtige Österreicherin, lebt seit 17 Jahren in Dubai und war bei Jumeirah in leitenden Positionen aller Dubai-Hotels tätig, bevor sie 2019 zur Emaar Hospitality Group wechselte.

Möller und Fitzgerald trafen sich auf der Terrasse des Hotels, das selbst in Dubai neue Maßstäbe setzt. Only the sky is the limit, sagt Möller: Ein faszinierender Ausblick auf die Insel Bluewater Island mit dem weltgrößten Riesenrad Dubai Al Ain. Weltklasse-Architektur ohne Protz. Marina, The Beach, JBR-Walk in Fußnähe. Ein atemberaubender Infinity-Außenpool in der 77. Etage mit 90 Metern Länge auf 300 Meter-Höhe – eingegangen ins Guiness Buch der Rekorde.

Der Rekord-Pool im 77. Stockwerk

Die Aufgabe, dieses Resort der Superlative zu leiten, erfüllt Fitzgerald mit Souveränität, loyalem Verantwortungsgefühl gegenüber ihrem Team und österreichischem Charme. Aktuell mehr zur General Managerin und ihrem Haus im Gespräch mit Angelika Möller: ccircle.cc/news/business-talk/cxcd/show/content/11389

On Top: General Manager Fitzgerald
führt ein Haus mit Fixplatz im Guiness Buch der Rekorde.

GELIEBT
Wer sich dieser Tage - so wie wir - in New York befindet bleibt selbst bei Minusgraden gerne an der frischen Luft. Die Amerikaner sind uns ja in der jüngsten Welle ein paar Wochen voraus, ein echter Hotspot ist New York, doch die gute Nachricht ist: Das Leben geht weiter. Im Big Apple dominiert, so wie überall, die Maske als ständiger Begleiter, und ohne vollständiger Impfung geht sowieso gar nichts. Clever und unverwüstlich wie sie sind dinieren New Yorker eben „im Freien“. Energiesparen war hier noch nie das ganz große Thema, und so sitzen wir fröhlich, geimpft und getestet, in kleinen oder großen Zelluphan-Verpackungen an unseren Tischen, Heizstrahler inklusive.

Hier strahlt nicht nur die Outdoor-Heizung: Gleich am Central Park lädt das The Mark Restaurant Feinschmecker ins gutgelüftete Paradies.

Ein bisschen drinnen, ein bißchen draussen: Erfrischender als im The Mark Restaurant by Jean-Georges an der Upper East Side läßt sich´s in diesen Zeiten kaum in den Big Apple beißen. In nobler Umgebung an der Madison Avenue Ecke 77.Straße und beschirmt von einem der besten Stadthotels weltweit, The Mark, bleibt die Küche von 11.00 bis Mitternacht durchgehend geöffnet. Perfektes New York-Flair serviert als Dessert der fünf Minuten entfernt liegende Central Park. Falls gerade Zimmer frei sind und Sie danach Bedürfnis nach Ruhe haben checken Sie gleich ins Hotel ein. Selbst die unabdingbaren Feuerwehr-Fahrzeuge fahren hier anscheinend irgendwie lärmgebremst.

GELESEN
Wer - wie wir - unlängst vom Hauptstadtflughafen Berlin (BER) abhob , erinnert sich gerne an ein prachtvolles Stück Journalismus aus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Dort setzte Niklas Maak zu einem schonungslosen Totalverriß des Fehlbaus an.

Sieben mal verschoben und jetzt erst recht von gestern: Der BER. Die Schande der Hauptstadt. [Aeronautpix von Getty Images]

Wenn es nicht so traurig wäre : alles zum Totlachen.

....Insgesamt wirkt der Flughafen, auch wegen seiner Kombination aus Holzlaminat und kardinalrotensocken Beschilderung, seltsam sediert, als gehe es gar nicht darum, von hier abzufliegen, sondern als sei das hier schon das Ziel der Reise, der Saunabereich eines Vertreterhotels. Die Betreiber erklären die Kombination aus „warmen Farben“ damit, daß sie sich auf die Reisenden beruhigend auswirken, was angesichts des Abfertigungsdesasters auch dringend notwendig ist.....

...daß in den knackenden Lautsprechern Durchsagen liefen, man möge das Wasser in den Waschbecken der Toiletten nicht trinken, da es mit Koli-Bakterien versetzt sei,.....das paßte ins Bild, das der Flughafen abgab im ersten Jahr seiner Benutzung...man spürt an jeder Ecke, daß der Bau nach insgesamt sieben verschobenen Eröffnungen schon über zehn Jahre herumsteht...als man begann ihn zu planen gab es nicht nicht einmal das IPhone, weswegen unter den Wartesitzen keine Lademöglichkeiten zu finden sind.

....Hat in Wirklichkeit nicht das Architekturbüro gmp, das mit dem Flughafen Tegel gezeigt hatte, wie man einen Flughafen so baut, daß man vom Bus oder aus der Tiefgarage in drei Minuten ans Gate kommt, den neuen Airport entworfen – sondern Greta Thunberg, um den Leuten das Fliegen abzugewöhnen? Wie nennt man etwas, wo man vier Stunden vorher da sein muß, dann bis zu zwanzig Minuten zum Gate läuft, um dort in einen Zubringerbus zu steigen, der mit keuchendem Dieselmotor über Rollfelder und an Kiefernwäldern vorbei bis gefühlt an die polnische Grenze irrt?....

...den Steuerzahler hat das ganze sieben Milliarden Euro gekostet, die neue Flughafen-Chefin bat gerade um zusätzliche 2,4 Milliarden....andernfalls sei der Flughafen leider pleite....

Wir bleiben fassungslos zurück. Wer noch mehr will – hier der link aus der FAZ: www.faz.net/aktuell/reise/der-berliner-flughafen-ber-17664127.html



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