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Das wissen auch die Politiker und haben sich gleich etwas Besonderes einfallen lassen. Den Run auf Zweitwohnsitze konnte man nicht oder kaum eindämmen. Und wenn man etwas nicht verhindern kann, dann verdient man wenigsten daran.

Die sogenannte Freizeitwohnsitzabgabe soll acht Millionen Euro in die Tiroler Landeskassen spülen, die Belastungen für die 16.200 Eigentümer werden sich in Grenzen halten. Zwischen 100 und 2.200 Euro sollen es pro Jahr sein, wiewohl lästig, werden die meisten diesen Betrag wohl zähneknirschend aufbringen. Der Beliebtheit der gesamten Region wird all dies keinen Abbruch tun. Kitzbühel und die Nachbargemeinden Reith oder Kirchberg zählen schon seit Jahren zu den Spitzenreitern aller Preisrankings für Immobilien in Österreich. Im jüngsten REMAX Wohnpreisspiegel wird der durchschnittliche Preis pro Quadratmeter Wohnfläche mit rund 4.100 Euro angegeben.

Franz Gobec, Doyen der Kitzbüheler Immobilenmaklerszene, auf die Frage nach dem gefragtesten „Eck“ in Kitzbühel: „Grundsätzlich muss man zwischen „Kitzbühel direkt“ und Umgebung Kitzbühel unterscheiden. Selbstverständlich ist Kitzbühel selbst die gesuchteste Lage überhaupt. Jedoch werden die Gemeinden Aurach, Jochberg, Reith bei Kitzbühel, Kirchberg, Going und Ellmau in letzter Zeit auch immer mehr nachgefragt und steigen somit auch sehr deutlich im Preis. So hat vor allem Reith bei Kitzbühel annähernd dieselben Preise wie Kitzbühel und auch Kirchberg in Tirol nähert sich bereits an.“
Und er geht noch mehr ins Detail, wenn es um spezielle Lagen geht: „In Kitzbühel gibt es zwei Gebiete, die sogenannte „Schattseite“ (Hahnenkamm) und die „Sonnseite“ (Horn, Bichlalm). Die Sonnseite und hier besonders die Bichlalm gilt als das „Promigebiet“ von Kitzbühel. Hier zu wohnen heißt, unter den Privilegierten zu sein.“

Auch Klaus Rainer Fabi, Inhaber und Gründer von Private Residences, sieht nach wie vor große Nachfrage in allen Bereichen Kitzbühels: „Hauptsächlich haben wir Käufer aus dem gesamten deutschsprachigen Raum mit Schwerpunkt Deutschland und Österreich. Aber auch vermögende Unternehmer und Privatiers aus den Niederlanden, Schweiz, Ungarn und Rumänien sowie anderen EU Staaten haben ein großes Interesse an hochwertigen und traditionell alpenländischen Wohnsitzen in den Kitzbüheler Alpen. In den letzten drei Jahren konnten durchaus Preise im Neubau Luxussegment von ca. 14.000 16.000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche im Durchschnitt erzielt werden, da die konstant hohe Nachfrage internationaler Klientel auf ein nach wie vor sehr begrenztes Objektangebot in der Gamsstadt stößt. Natürlich wird nicht mehr gebaut, was das Zeug hält. Die zuständigen Beamten sind selektiv geworden und verfügbare Grundstücke sind ohnehin selten. Klaus Fabi spricht von Genehmigungsprozessen von bis zu zwei Jahren. Dennoch, exklusive Einfamilienhäuser und Chalets werden nach wie vor errichtet und erfreuen sich hoch interessierter und finanzkräftiger Klientel, so Fabi.

Und war früher die Region nahezu ausschließlich eine Winterdestination, hat sich dies inzwischen stark gewandelt. Top Events in allen Bereichen, zahlreiche Gelegenheiten für Shopping auf Spitzenniveau, vier Golfplätze und vieles mehr machen die Stadt zum VIP Treffpunkt im ganzen Jahr. Franz Gobec und sein Sohn Roman, die das Unternehmen Kitz Immo führen: „Kitzbühel hat große Tradition. Das zeigt sich auch bei den Kunden. Der Wunsch geht klar nach traditioneller Tiroler Bauweise, angereichert mit zum Beispiel modernen Glaselementen. Man legt beim Neubau viel Wert auf Ensembleschutz und das Umfeld.“ Einziger Wermutstropfen für die Anwohner: Das Verkehrsaufkommen in Kitzbühel ist vor allem in der Hochsaison enorm. Umfahrungsstraßen, Tunnels o.ä. würden hier Abhilfe schaffen. Und wie sieht es mit einem Investment in Kitzbüheler Immobilien aus? Klaus Rainer Fabi mahnt zur Vorsicht: „Das Immobiliengeschäft im Rahmen von gezieltem Grundbesitz oder Altbestandserwerb und entsprechend hochwertiger Projektrealisierung ist sicher ein sehr lukratives Geschäft. Aber es ist nichts für Amateure oder Hobby Investoren, da hier ein großes Maß an Durchhaltevermögen, konzeptioneller Vorarbeit und kluger Marktpositionierung benötigt wird, will man mit seinem Investment auch nachhaltig Geld verdienen.“ Ähnlicher Meinung sind Vater und Sohn Gobec: „Grundsätzlich soll die gut gewachsene Struktur in der jetzigen Form in Kitzbühel beibehalten werden. Es ist nicht Ziel der Stadt, Spekulationen mit Investments zu suchen und zu fördern. Aber: Seit Jahrzehnten entwickelt sich der Preis von Immobilien stetig nach oben, sodass noch niemand beim Kauf einer Immobilie und späterem Verkauf Geld verloren hat.“

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