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Die Strecke von Passau bis Wien gilt als Königsetappe des Donauradweges. Am schönsten lässt sie sich auf einer Rad-Kreuzfahrt erleben.

Bevor das Schiff in Passau ablegt, haben wir noch ein wenig Zeit, um mit Rade Boboković, dem Ersten Kapitän zu plaudern. Seit drei Jahren ist der gebürtige Serbe mit der „MS Primadonna“ unterwegs: „Sie ist der einzige Katamaran auf der Donau und das zweitgrößte Passagierschiff auf dem Fluss“, erzählt der Käpt`n stolz, während er uns seinen Arbeitsplatz zeigt. Von dort aus wird er uns – gemeinsam mit seiner 11-köpfigen Crew - in den nächsten Stunden sicher durch die Nacht – und mehrere Schleusen – nach Ybbs steuern.

Am nächsten Morgen
geht es per Rad durch die Wachau. Am Ufer stehen schon unsere blauen E-Bikes bereit. Marco Novaković – seines Zeichens Hoteldirektor der MS Primadonna - wird unser persönlicher Tour-Guide sein. Die Frühnebel haben sich bereits gelichtet, die Donau glitzert im Sonnenlicht und wir fahren los nach Melk. Am rechten Flussufer radeln wir durch Weingärten und kleine Dörfer bis in der Ferne die Basilika von Maria Taferl auftaucht. In Pöchlarn, dem Geburtsort des österreichischen Malers Oskar Kokoschka legen wir einen kurzen Stopp ein, um das ihm gewidmete Museum zu besuchen. Dann geht es weiter durch die Wachau nach Spitz und zurück nach Melk, wo wir wieder an Bord des Schiffes gehen.

Diesmal dürfen wir
einen Blick hinter die Kulissen der perfekten Gästebetreuung auf dem Schiff werfen. In der Küche werden gerade Dutzende Schnitzel paniert, Zig-Kilo Kartoffeln geschält und genauso viele Zwiebeln geschnitten. „Wir fühlen uns der Wiener Küche verpflichtet“, erklärt der Chefkoch, allerdings „in einer gesunden, leichten Variante“. Alles wird frisch an Bord zubereitet. Und das schmeckt man auch!

Weiter unten im
Bauch des Schiffes wacht der Maschinist über seine Gerätschaften. Es riecht nach Öl und Diesel. Der Maschinist trägt schwarz und erinnert an einen hoch konzentrierten Zeremonienmeister im Reich der Dunkelheit. Weil wir aber gar nicht bei ihm unten sein dürften, erinnert er uns höflich daran, dass bald das Abendessen beginnt. Das haben wir uns nach knapp 50 Kilometern Radeln redlich verdient. Es ist köstlich – wie immer. Später genießen wir in der Bar vorne im Bug des Schiffes den herrlichen Blick auf die Donau. Der Pianist spielt auf seinem Klavier romantische Melodien, am Nachbartisch legt eine weißhaarige Dame Patiencen. Es wird Zeit, schlafen zu gehen.

Vor dem Kabinenfenster
gluckst die Donau und sanft fährt das Schiff weiter bis Bratislava, wo wir am nächsten Morgen anlegen. Beim Frühstück verrät mir Sanne aus Amsterdam, wie gut ihr die Reise gefällt. „Ich habe schon immer davon geträumt einmal die Donau abwärts zu fahren“, erzählt sie. Nach ihrer Pensionierung hat sie sich diesen Wunsch endlich erfüllt. Auch Alexandra aus München ist begeistert. Sie freut sich besonders auf Wien. Dort wird das Schiff in zwei Tagen anlegen. Bis dahin gibt es aber noch einiges zu erkunden, Bratislava zum Beispiel.

Nach einem kleinen
Rundgang durch die slowakische Hauptstadt machen wir uns fertig für den nächsten „Ausritt“. Diesmal geht´s zurück nach Österreich zum Schloss Hof. Das Wetter ist herrlich, die Jause eingepackt und Marko führt uns wieder äußerst kompetent vorbei an Burg Devin, über eine Fußgänger- und Radfahrerbrücke zu Prinz Eugens Kastell und wieder zurück nach Bratislava. An Bord des Schiffes gönne ich mir diesmal eine Massage – eine Wohltat für meine müden Knochen und relaxe ein wenig im Whirlpool auf dem Sonnendeck. Für diesen Abend ist ein Konzert im Bordtheater angekündigt. Wenig später fährt die MS Primadonna zu ungarischen Klängen weiter Richtung Budapest.

Wir erreichen die
ungarische Hauptstadt in den frühen Morgenstunden. Eine schönere Anreise ist kaum vorstellbar. Zum Glück bin ich rechtzeitig aufgewacht. Durch das Bullauge sehe ich das ungarische Parlament – am Ufer radeln schon einige Menschen zur Arbeit. Meinen Frühstückskaffee trinke ich heute auf der Terrasse des Restaurants. Sanne ist auch wieder da. Gemeinsam genießen wir die ersten, wärmenden Sonnenstrahlen und sind überzeugt: Das wird wieder ein wunderschöner Tag.

Rad-Kreuzfahrt mit
der 4*+ MS Primadonna:
ab 793 Euro pro Person in der Doppelkabine für 7 Übernachtungen
inklusive Vollpension, 4 Landausflüge & 1 Teilkörpermassage
Aufpreis fürs Leihrad inkl. Satteltasche für 7 Tage 68 Euro, E-Bike 150 Euro. Das eigene Rad kann gratis mitgenommen werden
Es gibt fünf Termine ab 25. Mai bis 21. September 2018
Route durch vier Länder: Passau–Schlögen–Linz–Tulln–Wien–Komáro–Esztergom/Štúrovo–Budapest–Bratislava–Krems–Pöchlarn–Passau
Radrouten sind zwischen 22 und 60 km lang und auch ohne E-Bike leicht zu bewältigen

Mehr Infos: www.donaureisen.at

Text: Ute Fuith
Bildcredit:
(c) Donau Touristik / Ute Fuith

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