Im Interview: Gastgeber aus Leidenschaft
Nah am Gast, nah am Berg: Dennis und Mareike Szelkowski führen das Boutique Hotel Matthiol in Zermatt mit Wärme, Präsenz und alpinem Feingefühl.
Was bedeutet für Sie, Gastgeber zu sein?
Dennis Szelkowski: Uns ist wichtig, dass die Gäste schon beim Ankommen spüren, dass dies eine kleine, liebevoll geführte Wohlfühloase ist. Viele kommen zu uns, um vom Alltag abzuschalten – und wir möchten genau dafür da sein. Das Haus liegt mitten in der Natur, trotzdem ist man in 10 bis 15 Minuten im Zentrum. Diese Mischung aus Ruhe und Nähe macht uns aus.
Mareike Szelkowski: Und wir sind immer präsent. Im Winter teilen wir uns auf: ich morgens, Dennis abends – so hat der Gast immer einen Ansprechpartner. Wir nehmen uns Zeit für Gespräche, Empfehlungen und Feedback. Das macht Boutique-Hotellerie aus.
Sie kommen beide aus der Fünf-Sterne-Hotellerie. Was ist im Matthiol anders?
Dennis: Der größte Unterschied ist der direkte Kontakt. Mit 31 Zimmern – rund 60 Gästen – kann man sich Zeit nehmen. Wir machen ein richtiges Rooming, erklären Wege, beantworten Fragen. Das schaffen große Häuser mit 180 Zimmern heute kaum noch.
Mareike: Und unser Team darf Persönlichkeit zeigen. Wir wollen kein starres Schema, sondern echte Menschen, die Freude am Gastgebersein haben. Das spüren die Gäste sofort.
Was macht das Matthiol einzigartig?
Dennis: Unsere Lage am Waldrand – grün, ruhig, naturverbunden. Unsere Gäste können entspannen, gut essen, Sport treiben. Viele stehen gerne um 7:30 Uhr am Frühstücksbuffet, um die ersten ruhigen Pisten zu genießen. Das ist unser Publikum.
Mareike: Außerdem haben 16 von 31 Zimmern einen privaten Spa – eine eigene Bio-Sauna, ein eigenes Dampfbad. Das bietet sonst niemand im Dorf. Nach dem Skifahren oder Wandern ein Glas Wein, Privatsphäre, Wärme – das ist Luxus, den viele suchen.
Wie sieht Ihr Alltag als Gastgeberpaar aus?
Dennis: Sehr vielseitig. Ich habe oft meine Skisachen im Büro, fahre zwischendurch zur Stafelalp, unserem Bergrestaurant, und helfe dem Team oben auf dem Berg – das sind schöne Momente, weil man sofort ins Gespräch kommt. Und abends bin ich meist in unserem Hotel-Restaurant Filet et Fils.
Mareike: Und ich kümmere mich viel um das Front Office, Reservierungen, den Gästekontakt am Morgen. Wir sind omnipräsent – und das macht Boutique-Hotellerie so besonders.
Worauf legen Sie in der Küche wert?
Mareike: Unsere Küche soll regional sein – aber immer mit Leichtigkeit und zeitgemäßem Anspruch.
Dennis: Rund 90 Prozent unserer Fleischgerichte stammen aus der Schweiz. Wir machen vieles selbst – etwa Trockenfleisch oder Spezialitäten von der Stafelalp. Regionalität, Qualität, bewusster Genuss: Das wird für Gäste immer wichtiger. Natürlich haben wir auch internationale Gerichte – etwa Burger mit regionalem Twist oder vegetarische Optionen.
Ihre luxuriösen Apartments wurden kürzlich modernisiert. Warum diese Investition?
Dennis: Unsere Apartments erhielten neues Inventar, neue Möbel, neue Betten – alpin-schick, viel Holz, englische Details, warm und gemütlich. Design und Komfort sollen auf Topniveau bleiben.
Sie sind frisch gebackene Eltern. Wie vereinbaren Sie Familie und Hotellerie?
Mareike: Natürlich hat sich viel verändert. Aber Emelie ist ein entspanntes Baby – und manchmal ist sie einfach mit dabei. Außerdem unterstützen uns Großeltern und Kita. Es funktioniert erstaunlich gut.
Ein Abschlusswort?
Dennis: In einer Welt, in der Hotels immer größer, lauter und schneller werden, schafft das Boutique Hotel Matthiol eine wohltuende Gegenbewegung: stille Qualität, unaufgeregter Luxus, echte Gastgeber. Wir leben diese Rolle nicht nebenbei – wir verkörpern sie. Und genau deshalb fühlen sich unsere Gäste im Matthiol nicht nur willkommen, sondern angekommen.
Weitere Informationen finden Sie unter: www.matthiol.ch
















































