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Von Melbourne nach Adelaide- auf der (Great Ocean) Road

17. April 2018

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Die Straßen sind noch leer, als ich an diesem Morgen durch Melbourne fahre. Die ersten 100 Kilometer liegen bald schon hinter mir, bevor ich die Great Ocean Road erreiche. Sie gilt als eine der spektakulärsten Küstenstraßen der Welt.

Die Ausblicke sind sensationell, steile Klippen wechseln sich mit traumhaften Stränden ab. Die vorgegebene Geschwindigkeitsbegrenzung von 80 km/h ist zumindest für die Nichteinheimischen unnötig. Jeder fährt so langsam wie möglich, um keinen einzigen Blick auf den Ozean zu verpassen. So drossle auch ich die Geschwindigkeit. Bei fast jedem Lookout halte ich an, um die Landschaft zu genießen. Drei Tage habe ich Zeit für die 800 Kilometer und mir ist schon jetzt klar, das wird knapp ...

Und so ist es tatsächlich schon Nachmittag, als ich das nur 150 Kilometer von Melbourne entfernte Künstlerstädtchen Lorne erreiche und beschließe, hier zu übernachten.

Eher zufällig stoße ich auf das Qdos- eine Kunstgalerie mitten im Wald, zu der ein Café gehört und fünf Baumhäuser, die im japanischen Stil eingerichtet sind. Eines davon gehört heute Nacht mir. Die Begrüßung fällt sehr herzlich aus. Für morgen ist eine Ausstellungseröffnung geplant. Während die regionale Künstlerin, Susann Sutton, noch letzte Hand anlegt, darf ich - sozusagen als Pre-Opening - schon einmal mit einem Glas Weißwein in der Hand genüsslich durch die Galerie spazieren. Auch der Skulpturengarten ist einen Besuch wert.

Lorne macht seinen Namen als Künstlerort alle Ehre, am Strand entlang reiht sich Kunstobjekt an Kunstobjekt - die Biennale ist eröffnet.

Zeitig am nächsten Morgen geht es weiter. Zunächst verlässt die Strasse die Küste und führt durch den beeindruckenden Regenwald des Otway National Parks. Kurzentschlossen biege ich ab, um die 12 Kilometer bis zum Cape Otway Leuchtturm zu fahren. Die Strecke führt durch dichte Eukalyptuswälder, die vielen Koalas als Heimat dienen.

Der Leuchtturm selbst ist der älteste noch existierende auf dem australischen Festland. 1848 gebaut kann er noch heute bestiegen werden. Die Wendeltreppe nach oben ist wirklich schmal, doch der Ausblick ist es wert.

Faszinierend finde ich auch den angrenzenden Rundweg. Als Ort der Aborigines fühle ich die mächtige Energie, die hier von der Natur ausgeht.

Zurück auf der Küstenstraße erreiche ich den Platz, der für viele als der Höhepunkt der Great Ocean Road angesehen wird - die 12 Apostel. Während ich auf der Strecke bislang ziemlich allein unterwegs war, gerate ich nun in einen Stau und frage mich, wo plötzlich die vielen Autos herkommen. Im Pulk überquere ich die Strasse. Reichlich genervt erreiche ich den Ausblick auf die Felsnadeln, die hier aus dem Meer ragen. Mehrfach nachgezählt komme ich doch immer nur auf sieben, wo haben sich denn die anderen fünf versteckt? Im Reiseführer nachlesend erfahre ich, dass es niemals mehr waren, da aber Apostel immer im Dutzend auftreten, hat man den Namen marketingwirksam angepasst.

Die beiden Felsnadeln auf der anderen Seite heißen Mog und Magog und beeindrucken mich wesentlich mehr.

Noch ist die Great Ocean Road nicht zu Ende, und obwohl der Nachmittag voranschreitet, gönne ich mir - nun wieder weitestgehend allein - noch weitere malerische Anblicke.

Da ist zunächst „The Arch“, ein Felsbogen, der wie eine Brücke aussieht.

Einige Kilometer weiter lohnt sich ein weiterer Zwischenstopp. Steile Stufen führen hinab in eine Art Felshöhle. „The Grotto“ besticht durch das Wasserfarbspiel von türkis bis hin zu dunkelblau.

Wenige Kilometer später ragen völlig unbeachtet weitere großartige Felsformationen aus dem Meer. Offensichtlich habe ich das größte Durchhaltevermögen, denn hier bin ich nun ganz allein.

Bedrohlich schnell nähert sich die „blaue Stunde“, die Zeit der Dämmerung, in der die meisten Tiere die Strasse kreuzen.

Der nächste Ort auf meiner Route ist Warrnambool, in dem für heute meine Tour endet.

Am nächsten Morgen wache ich schon 6 Uhr morgens auf. Was für ein Glück, immerhin liegen heute noch 600 Kilometer Landstraße vor Den Sonnenaufgang erlebe ich In Port Fairy, Frühstück gibt es später in Portland.

Den nächsten Stop lege ich am Blue Lake in Mount Gambier ein. 75 Meter tief ist der See, der gleichzeitig ein Trinkwasserreservoir ist. Aus diesem Grund kommt man nicht wirklich an seine Ufer. Das ist aber auch überhaupt nicht nötig, denn seine Faszination strahlt er auch so aus. In den Sommermonaten schillert er in den intensivsten Blautönen. Wissenschaftler vermuten, dass das etwas mit Kalzitkiristallen zu tun hat, die sich in den wärmeren Monaten ausbilden.

Zum Mittag halte ich in Beachport, um ein weiteres Mal auf der langen Seebrücke das türkisfarbene Meer zu bestaunen.

Es ist schon Nachmittag, als ich den Coroong National Park erreiche und ich brauche viel Selbstbeherrschung, um nicht länger am zauberhaften Lake Albert zu verweilen.

Am frühen Abend erreiche ich Adelaide und da ich das Auto erst am nächsten Morgen abgeben muss, fahre ich direkt durch nach Glenelg, dem historischen Badeort zwanzig Autominuten von Adelaide entfernt. Ich genieße von meinem Hotelzimmer aus den Sonnenuntergang über dem Meer und das Gefühl, angekommen zu sein.

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