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Prunk, Privatsphäre oder Party: Uruguay ist Reise-Luxus pur

16. September 2016

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Promenade und Strand in Montevideo (c) Anna Bader
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Casino Carrasco (c) Anna Bader
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Sofitel Spa (c) Anna Bader
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Innenstadt (c) Anna Bader
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Innenstadt (c) Anna Bader
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Innenstadt (c) Anna Bader
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Sofitel (c) Anna Bader

Was haben Ricky Martin, Paul McCartney und Fußball-Legende Diego Forlàn gemeinsam? Sie alle nächtigen bei einem Besuch in Montevideo gerne im selben Hotel! Zeit, sich diese Luxus-Unterkunft und Uruguays Hauptstadt mal genauer anzusehen: Hier meine Connoisseur-Tipps, wo man in Montevideo am besten schläft, shoppt und schlemmt.

Die Peitsche schnalzt durch die Luft. Hufgetrappel nähert sich. Und schon gleitet ein kürbisähnliches Gefährt die Auffahrt hinauf. Der Portier öffnet die Tür, reicht der federgeschmückten Dame galant die Hand und führt diese unter hüftbeschwingtem Gang in die Eingangshalle. Genau dieses Gefühl hat man auch heute noch, wenn man das „Sofitel Montevideo Casino Carrasco und Spa“ in Montevideo betritt. Die Gemäuer lassen einen bis in die Gegenwart spüren, wie sich einst die Elite des Landes zur Sommerfrische einfand, wilde Tanzpartys feierte, am gegenüberliegenden Strand mit der Familie entspannte oder im Casino Champagner trinkend Geld verprasste. Natürlich wurde das Ambiente der heutigen Zeit angepasst und das Gebäude aufwendig saniert. Und dennoch: Der Spirit der Bohème ist allgegenwärtig. Das liegt zum einen am Original Mobiliar, zum anderen an der Sorgfalt, mit der Sofitel die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes vornahm. Teammitarbeiterin und gebürtige Uruguayerin Maria Jose Saldivia hat den Umbau seit Beginn an begleitet und dafür Sorge getragen, dass die französischen Architekten die strengen Auflagen einhielten. Heute findet sich im Hotel ein berauschender Mix aus altem und neuem Interieur. Und Maria Jose Saldivia oder einer der (deutschsprachigen) Portiere empfangen ankommende Gäste beim Ausstieg aus dem Jaguar ebenso enthusiastisch, wie auch schon ihre Vorgänger im Jahre 1913 den Adel Willkommen hießen. Was sich am Service zudem kaum geändert hat: Die Mitarbeiter versorgen einen mit wertvollen Tipps zu Uruguay und Montevideo.

Essen und Trinken
Uruguayer sind stolz auf ihr Fleisch. Damit ist eindeutig Rindfleisch gemeint. Ihr Lieblingsessen ist Chivito, eine Art Sandwich, das aus Rind- oder Kalbfleisch, einem Spiegelei, Saucen und haufenweise geschmolzenem Käse besteht. Den besten Chivito bekommt man laut Maria Jose Saldivia sogar ganz in der Nähe des Hotels in einer kleinen Sportbar namens Arocena. Wir probieren es aus und ein rund 100-Jähriger Uruguayer serviert uns nach etwa 10 Minuten eines der Sandwiches. Testurteil: Einfach nur lecker! Dazu genießt der Uruguayer ein Gläschen Tannat-Wein, der aufgrund seiner Eigenschaft als Radikalfänger als gesündester Rotwein gilt. Er stammt sogar ursprünglich aus Uruguay und wird direkt in der Umgebung Montevideos angebaut. Bis zu 20 Monate Gärung im Holzfass zaubern einen kräftig roten Wein, wie den „Pisano Rio de Los Pajaros Tannat Reserve“, der durch Aromen von Pflaumen, Waldbeeren, Lakritz, Rauch, Bitterschokolade, Rosen und Veilchen, betört. Gourmettechnisch in Uruguay neuerdings auch interessant: Eigens im Land gezüchteter Kaviar, der in hoher Qualität im schwarzem Fluss 275 Kilometer von Montevideo geerntet wird und mittlerweile sogar international als Delikatesse gilt.

Unternehmungen und Sightseeing
Montevideo ist ein Ballungzentrum, was Vergnügungen angeht. Zunächst wäre da die Kunst: Wenn man durch die Innenstadt flaniert und die prachtvollen Gebäude bestaunt, kommt man auch an Museen wie dem Karneval-Museum mit Masken und Kostümen oder dem Torres-Garcia-Museum über den gleichnamigen Künstler vorbei. Kulturell zudem empfehlenswert: Konzerte und Opern. Von Popmusik wie dem uruguayischen Künstler Francisco Fattoruso oder Klassik im Teatro Solis gibt es in Montevideo alles. Außerdem Teil der Kultur, um die man auch als Frau nicht herum kommt: Fußball. Als Klassiker und Highlight unter Fußballkennern gilt ein Match zwischen den beiden rivalisierenden Vereinen Club Nacional de Football und Club Atlético Peñarol. Belohnen kann man sich hinterher mit Shopping in einem der zahlreichen Malls. Empfehlenswert: Das Punta-Carretas-Shopping-Zentrum bietet Luxusgüter vieler interessanter Marken. Den Abend ausklingen lassen kann man dann im Casino, das direkt zum Sofitel gehört. Wer Privatsphäre schätzt, kann sich auch im hoteleigenen VIP-Bereich in hochpreisige Spiele einkaufen.

Umgebung von Montevideo
Wer Montevideo besucht, sollte auch einen kleinen Ausflug nach Colonia del Sacramento machen. Die kleine Küstenstadt wurde zu Kolonialzeiten von den Spaniern gegründet und schließlich von den Portugiesen erobert. Ein Fakt, der sich, ebenso wie die Vergangenheit als Schmugglerstadt, im Antlitz, der Geschichte sowie den Speisekarten niederschlägt. Für Partybegeisterte ist natürlich Punta del Este, das Miami von Uruguay eine Reise wert. Und wer gerne am Meer entspannt, der fährt nach Punta del Diablo. Sowohl dort, als auch in der Umgebung von Punta del Este, gibt es tolle Luxushotels, die in riesige Haciendas integriert sind. Ebenfalls immer bedeutender wird in Uruguay der „spirituelle“ Tourismus in der Natur. So gibt es beispielsweise im Inland Öko-Hotels, die sich der Meditation und Entspannung verschreiben.

Schlafen und Entspannen
Zu guter Letzt noch ein Tipp zur Übernachtung: Natürlich sollte man in einem Gebäude nächtigen, dass zur Geschichte Montevideos gehört, wie Fußball zu Uruguay. Die schönsten Räumlichkeiten im „Sofitel Montevideo Casino Carrasco und Spa“ sind die Opera Suite und die Imperial Suite. In letzterer sind die meisten Original-Möbel untergebracht. Sie besitzt mehrere Zimmer sowie ein großzügiges Bad mit Jacuzzi und Hérmes-Amenties. Allein die Terrasse ist 190 Quadratmeter groß. Hier haben schon Paul McCartney, Ricky Martin und Fußballer-Legende Diego Forlàn geschlafen. Die zweitgrößte Suite zieht sich über den prachtvollen Eckturm hinauf und ist folglich sehr gemütlich, besitzt weniger Zimmer, aber ansonsten die gleiche Ausstattung. Die Standardzimmer haben ein kleines Bad mit Dusche und Lanvin-Amenities und samtweiche, sehr bequeme Betten (Wäsche wird täglich gewechselt). Im Erdgeschoss des Hotels gibt es auch ein kleines Spa mit Innen- und Außenpool sowie ein Hamam und eine Sauna. Bei schlechtem Wetter schön: der kleine aber feine Gym mit exklusiver Ausstattung.

Text: Anna Bader



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