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Das Jahr der Entscheidung

11. Mai 2018

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Kenya Airways zählt zu den wichtigsten, größten Fluglinien Afrikas und betreibt eine der modernsten Flugzeugflotten auf dem Kontinent. Aber dies ist kein Garantieschein, dass das Unternehmen auch profitabel und erfolgreich operiert.

Das SkyTeam Mitglied mit Drehkreuz in Nairobi befindet sich in einer essentiellen Rebstrukturierung, das sich horrende Verluste der Vergangenheit nicht mehr wiederholen. Seit 1. Juni 2017 ist der ehemalige CEO von LOT Polish Airlines, Sebastian Mikosz, nun CEO von Kenya Airways. Kurt Hofmann führte mit Mikosz ein Exklusiv-Interview.

Connoisseur Circle: Kenya Airways durchläuft eine grundlegende Umstrukturierung. Wie ist die aktuelle Situation?
SEBASTIAN MIKSOZ: Die finanzielle Restrukturierung hat unsere Situation erheblich verbessert, aber der Heilungsprozess von Kenya Airways ist noch nicht beendet. Wir müssen unser Umsatz- und Kostenproblem weiter bearbeiten. Aber das Umfeld, in welchem wir tätig sind, ist weiterhin sehr schwierig. Selbst wenn wir als Transportunternehmen besser werden, es gibt immer noch viele Herausforderungen. Und diese sind an allen Fronten zu finden. Das wichtigste ist eine notwendige Veränderung der Mentalität unserer Mitarbeiter. Wir müssen diese davon überzeugen, in Zukunft alles etwas "anders" zu machen. Nämlich von der Einstellung und Ansatz eines öffentlichen Dienstes zu einem wettbewerbsfähigen Unternehmen überzugehen. Dies ist die größte Herausforderung. Zudem gibt es Probleme mit der Produktivität, Kenya Airways hat zu viele Mitarbeiter. Und die zivile Luftfahrt verändert sich rasant.

Wie reagieren die Mitarbeiter auf die notwendigen Veränderungen?
Jeder versteht, dass Kenya Airways eine zweite Chance bekommen hat. Im Allgemeinen besteht eine große Erwartung das Prozesse innerhalb des Unternehmens künftig anders gemacht werden müssen. Das Verständnis für eine notwendige Veränderung ist sehr präsent. Allerdings hat Kenya Airways weiterhin sehr starke Gewerkschaften, die es gewohnt sind, sich intensiv zu wehren wenn sie etwas nicht akzeptieren. Einige Gewerkschaften werden von der politischen Seite massiv unterstützt, so dass wir in diesem Jahr noch mit schwierigen Situationen rechnen könnten.

2018, das Jahr der Veränderung für Kenya Airways?
Der Start unserer ersten Route in die USA, nach New York JFK, ist das erste Element des Wandels. Es ist ein sehr schöner Moment, weil es ein Element des Wachstums ist. Aber wir müssen wirklich verstehen, dass wir am Anfang eines sehr ernsten Veränderungsprozesses stehen. Die finanzielle Situation ist eine Herausforderung, die Treibstoffkosten steigen. Gleichzeitig müssen wir unsere Gesamtkosten reduzieren, unsere Infrastruktur muss verbessert werden, wir brauchen eine bessere Ausgangsposition mit unseren Lieferanten, auch die Digitalisierung ist ein wichtiges Thema. Der Wartungsbetrieb der Kenya Airways umfasst 550 Mitarbeiter. Dieser ist qualitativ gut aufgestellt, aber wir müssen beginnen, unsere Wartungskapazitäten an Dritt-Fluggesellschaften zu verkaufen. Auch gehören Restkapazitäten unserer Flugsimulatoren an andere Airlines vermarktet. Es gibt viele Maßnahmen umzusetzen.

Wie wichtig ist die Mitgliedschaft von Kenya Airways in SkyTeam?
SkyTeam ist sehr wichtig in Bezug auf die Partnerschaft. Derzeit konzentrieren wir uns auf die Erweiterung unserer Joint Ventures. Das Joint Venture zwischen Kenya Airways und KLM wird mit Air France erweitert. Dann setze ich zudem auf eine gute Zusammenarbeit mit Delta Air Lines, welche derzeit das Transatlantik-Geschäft mit Virgin Atlantic komplett neugestaltet.

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