Mallorca – sie ist die Grande Dame der spanischenBalearen. Die unumstritten herrschende Doña in ihrer spanischen Inselfamilie Menorca, Formentera und Ibiza. Die Insel, „la isla“ ist bekanntlich weiblich, die vollen, geschwungenen Formen Mallorcas zwischen Bergketten und anmutigen Buchten und das farbenfrohe Kleid ihrer Landschaft tun ein Übriges und sind dem Antlitz einer wahren Königin würdig. Was hat sich diese royale Dame schon alles anhören müssen – schön sei sie, reizvoll, facettenreich, blühend, aber auch überholt, verlebt, überrannt, ausgenutzt. Da thront sie würdig und erhaben wie eh und je inmitten des Mittelmeeres, blickt auf ihr Reich zwischen Palma und Formentor und wundert sich über ein Boulevardblatt, das sie einst als17. deutsches Bundesland einverleiben wollte, über Heerscharen von Touristen, die ihr zwar erlegen, aber nur auf den schnellen Flirt aus sind, über Tenniscracks und Filmstars, die auf ihren Schultern Paläste bauen, in ihrer Erde Hoffnung säen für Ruhe und Geborgenheit. Sie, die Insel Mallorca, gibt allen individuell das, was sie in ihr suchen – stille Privatsphäre, schlagertosende Partymeilen, authentische Märkte, Traumhotels mit hippem Design oder mallorquinischem Castillo-Stil. Man sitzt elegant platziert bei dezenter Musik zum Dinner in einem kunstvoll ausgeleuchteten Patio-Ambiente einer Finca, während 20 Kilometer weiter Horden von zu allem entschlossenen Menschen in uniform bedruckten T-Shirts grölend eine der einschlägigen „Jürgen Drews“-Bars entern. Jedem das seine. Es gibt wohl kaum einen Ort, der ein derartig ambivalentes und scheinbar kontroverses Angebot beherbergt, ebensolche Reputation genießt und auch erleidet wie die Insel Mallorca. Das Shoppingparadies Palma beherbergt eine Vielzahl internationaler und spanischer Top-Designer. Viele Edelboutiquen sind zudem allemal günstiger als zu Hause. Auch das wissen die Urlauber zu schätzen, die in ihrer Mehrzahl nicht nur aus Deutschland anreisen. 3,5 Millionen Deutsche sind 2008 wieder auf dem Weg: Ob Deutsche, Schweden, Engländer, Österreicher, Schweizer oder Italiener – sie alle prägen das Inselbild.