Betrachten wir es ehrlich: Mailand – das ist nur für wenige Liebe auf den ersten Blick. Anders als andere italienische Städte wie Rom, Florenz oder Venedig, deren Schönheit offensichtlich ist, hat die norditalienische Mode- und Messestadt eher den Ruf, eine geschäftige Schöne zu sein, die mit ihren Reizen geizt. Mehr oder weniger stimmt das auch.
Denn erst bei näherem Hinsehen offenbart Mailand seine Attraktivität: mit luxuriösen Hotels und Restaurants, mit prachtvollen Gärten und Innenhöfen, die sich hinter unscheinbaren Eingängen verbergen, mit Kunstschätzen allererster Güte und einer höchst lebendigen Mode-, Design- und Lifestyle-Szene, die nicht nur in Italien Maßstäbe setzt.
Was die Stadt in der Poebene an Superlativen zu bieten hat, erscheint auf den ersten Blick eher dazu angetan, für Geschäftsreisende und nicht für Touristen attraktiv zu sein. Mit fast zwei Millionen zweitgrößte Stadt Italiens, Börsen-, Finanz- und Medienzentrum und Sitz fast aller großen Modehäuser, Werbe- und Designbüros des Landes. Ein Mekka für Kreative zweifellos: Kein Wunder also, dass hier die Mentalität der Menschen schnelllebig und geschäftig, der Verkehr chaotisch und das Tempo atemberaubend sind.