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Miami Reise – Eine Stadt erfindet sich neu
Thierry Mugler heißt jetzt Manfred. Der heißeste Klatsch in Miami. Mugler, französischer Modemacher, transformiert zu einem deutschen Ringer. Optisch jedenfalls, so wissen die zu berichten, die ihn in South Beach getroffen haben. Über diese und ähnliche Anekdoten der Stars, die hier ein- und ausfliegen, plaudert ein illustrer Haufen bei einer Vernissage von Regina Nüssle. "Ich bin als Interior Designerin für einen Kunden gekommen und hängengeblieben. Das Wetter, die Atmosphäre und die Offenheit der Amerikaner waren Grund genug", sagt sie. Die Schwäbin unterschlägt dezent die Namen der Kunden. Sie kam, um für Boris und Babs Becker ein Liebesnest zu schaffen. Wie es bei Beckers aussieht?
Darüber schweigt Nüssle. Sieht man sich in ihrer Galerie um, ahnt man, dass französisches Art deco eine Rolle spielt. Französisches Art deco in South Beach, dem Teil Miamis, der genau diesen Baustil als ganz eigenes Markenzeichen promotet? Genau. Denn so wie der Mugler-Klatsch very Miami ist, ist es, Eulen nach Athen respektive Art deco nach Miami zu tragen. Eben weil derselbe Name nicht die gleiche Sache bedeutet.
Das europäische Original ist fast eine Dekade älter und um einiges delikater. Das macht die Straßenzüge in South Beach nicht minder schön.
Die 16 Quadratkilometer sind fröhlich und flashy. Das Spiel unter tropischer Sonne heißt "besonders sein", gerade in South Beach. Die vorgelagerte Insel ist Miami, das sind die Bilder, die sich in unser kollektives Bewusstsein eingegraben haben, seit die stilbildende Krimiserie "Miami Vice" über den Bildschirm flackerte. Die Detektive Crockett und Tubbs im offenen Ford Mustang am Ocean Drive, in haut engen T-Shirts und pinkfarbenen Sakkos mit monströsen Schulterpolstern – dezent ist anders. Der Stil hat sich verändert, eines nicht: Am Ocean Drive, dem Boulevard der erträumten Karrieren, sind die Frauen blonder, haben mehr Oberweite und die Männer nach Jahren im Studio auch.
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