Airline Tests
Kurt Hofmann, der profilierteste Airline-Journalist im deutschen Sprachraum, testet Airlines und informiert aus erster Hand.
SAS Scandinavian Airlines gehört zu den traditionellen Fluglinien Europas. Berühmt wurde SAS durch ihren legendären Bordservice in den Aufbruchsjahren der Luftfahrt. Auf der Langstrecke zeigt SAS heute immer noch Klasse. Schade, dass die mit finanziellen Problemen kämpfende Airline ein verkleinertes Interkontinental Netz anbietet.
Mehr >
Irgendwie läuft es hier ohne Schikanen und sehr entspannt ab, auf dem Flughafen Kopenhagen Kastrup. Keine gesonderte Sicherheitskontrolle mehr auf dem Weg zum Flugzeug und der Weg dorthin von der großen, eleganten SAS Lounge ist auch nicht weit. Das Boarding verläuft flott. Eine exzellent gut gelaunte Crew empfängt die Passagiere, verstaut Mäntel und Sakkos, serviert Drinks, bevor der nachmittägliche Flug nach Chicago abhebt. Die Kabine macht einen sauberen, in skandinavischer schlichter Eleganz gehalten, guten Eindruck.
Auf die Minute pünktlich wird der A330-200 zurückgeschoben, Minuten später zieht der Jet über Dänemark hinweg Richtung Norwegen, hinaus auf den offenen Atlantik. Die Airline, welche einen knallharten Restrukturierungskurs durchzieht, bietet ein Produkt der Langstrecken Business Class, welches sich sehen lassen kann. Schließlich haben die Skandinavier immer schon mit neuen Innovationen überrascht. Etwa als erste Airline mit regelmäßigen Flügen über den Nordpol. Ob die kulinarischen Genüsse in der Gründerzeit auch so hervorragend waren?
Exzellenter Champagner, bestens temperierte Weine, wie der empfohlene Tim Adams Semillon Clare Valley 2007 oder ein Sauvignon Blanc Bordeaux 2006 vom Chateau haut Bertinerie, sind gute Begleiter etwa zum indischen Chicken Curry, nur einer von vier zur Auswahl stehenden Hauptspeisen. Ein frischer Fisch als Starter ein Muss, das Dessert ein Genuss.
Beim Service-Ablauf in der mit 34 Sitzen ausgestatteten Business Class, sei es Geschirr wegräumen, oder Wasser nachschenken etc., kommt keine Hektik auf, alles verläuft flott. Dass die Stewards zum Essens-Service eine eigene Chef-Uniform anlegen, ist Geschmacksache.
Geruht wird in einem gemütlichen Sessel, dem Business Sleeper (Sitzabstand 155 Zentimeter), welcher eigentlich nicht zu den trendigen Flat-Beds gehört. Aber mit einem Neigungswinkel von 170 Grad (viele Mitbewerber offerieren 190 Grad) und der Liegelänge von 188 Zentimeter, ist guter Schlafkomfort gegeben. Aktuelle Filme und Audio Programm sind individuell abrufbar, durchaus ausreichend deren Angebot. Für unterwegs gibt es noch eine sehr gut bestückte Selbstbedienungs-Bar, die Toiletten sind extrem groß wie es andere Airlines zum Teil nur in der First Class offerieren. Toll ist auch der an der Bordküchenaußenwand montierte Gymnastik Rack. Übrigens: Passagiere, welche bei Nachtflügen ihren Schlaf solange wie möglich genießen möchten, können aus diesem Grund ein "Grab & Go"-Frühstückskonzept in Anspruch nehmen: Auf allen Flügen, die in den Morgenstunden landen, können Passagiere sich beim Austeigen für die "Grab & Go" Frühstückstüte inklusive eines Kaffees entscheiden.
Vor der Landung in Chicago gibt es noch einen Snack, der Touch Down erfolgt 20 Minuten vor Plan. Und das Schöne an einer abendlichen Ankunftszeit: Die meisten Flüge aus Europa sind schon gelandet. Wartezeit bei der von vielen gefürchteten US-Immigration – 5 Minuten!
Kurt Hofmann
(November 2011)
Fotocredit: K.Hofmann
Dieser Bereich ist nur für
Connoisseur Circle Mitglieder zugänglich - Sie können sich
hier anmelden!
Wenn Sie bereits Mitglied sind können Sie sich hier in den exklusiven Member-Bereich einloggen.
▲ Top
Follow us: