Singapore Airlines ist Mitglied der Star Alliance. Man sollte meinen, dass die Partner untereinander das Ausstellen von Bordkarten für Weiterflüge im Griff haben. Leider nicht. So ist es unmöglich, beim Abflug in Salzburg die Bordkarte für den Singapore-Airlines-Flug nach Singapur und Auckland zu bekommen. "Verschiedene Reservierungssysteme", lautet die Erklärung. Später ist die Senator Lounge in Frankfurt ebenfalls nicht in der Lage, dies zu bewerkstelligen. "Das müssen Sie am Gate tun." Dort angekommen stehen zahlreiche Business-Class-Passagiere Schlange, um ihre Bordkarte zu bekommen. Immerhin, das Bodenpersonal ist sichtlich bemüht, das Prozedere schnell zu erledigen. Letztendlich an Bord der Boeing 777-300ER (Baujahr 2006) entschädigt der freundliche Empfang der Flugbegleiter.
Der Business-Class-Sitz (18 D) ist mit 76 Zentimeter Sitzbreite nahezu 50 Prozent breiter als die meisten derzeit in dieser Klasse angebotenen Produkte. Die Sitze sind in einer 1-2-1-Konfiguration angeordnet. Das ermöglicht jedem Passagier direkten Zugang zum Gang. Flugzeuge dieses Typs sind viel unterwegs, man merkt es an den Abnützungserscheinungen bei Kanten und Ecken. Was soll’s, ein Glas Champagner Bollinger Special Cuvée steigert die Laune.
Der Abendflug bietet einen umfangreichen Dinnerservice: Vorspeise (Prosciutto mit Steinpilz-Estragon-Mousse), vier verschiedene Hauptgerichte, Dessert und Käse. Großen Anklang fand hier das Rinderfilet an Sauce Bercy. Neben einem gebratenen Singapur-Hühnchen und dem asiatischen Hauptgericht Gaeng Ped Moo (Schweinefleisch in rotem Curry) war das gebackene Lachsfilet in Kräuterkruste eine gute Wahl. Dazu ein Glas bestens gekühlter Bourgogne Haute Côtes De Beaune 2007 Philippe Le Hardi. Trotz vollen Bauches locken Schokolade-Erdnuss-Kuchen oder Schwarzwälder Kirsch oder Käse …
Das Design des Sitzes erlaubt es zum Glück, dass er in eines der größten Full-Flat-Business-Class-Betten umgewandelt werden kann. Die Bettschwere ist gegeben, genügend Raum zur Entspannung für und einen komfortablen Schlaf ist garantiert. Vor der nachmittäglichen Landung in Singapur ein umfangreicher Frühstücksservice, der keine Wünsche offen sst. Spinat-Käse-Soufflé mit Kalbsbratwürstchen, exzellenter Kaffee, frischer Orangensaft, warmes Gebäck.
Nicht zu Unrecht gilt Singapur als einer der beliebtesten Flughäfen. Die Lounges von Singapore Airlines halten den hohen Erwartungen stand. Freundlichste Mitarbeiter, etwa an der Rezeption. Bäder, Ruheraum, viele bequeme Sitze, Wireless LAN, warme Speisen etc. Hier lassen sich nach einer Dusche vier Stunden Wartezeit für die zweite Nacht im Flugzeug entspannt abwarten. Diese beginnt mit einer Überraschung am Gate. Kurz vor Abflug wird verlautbart, dass das Flugzeug aus technischen Gründen nicht starten wird. Aber Ersatz steht bereit. Nun zeigt sich, wie exzellent die Flight Operations von SIA funktionieren. Eine Stunde wird der Delay betragen, es geht wieder zurück zur Lounge. Dort wird man dann später persönlich zum Gate gebeten, alle Mitarbeiter entschuldigen sich, und die ausgebuchte 777 startet eine Stunde nach Plan. Besser kann man einen solchen Umstand nicht bewältigen.
Wieder eine Boeing 777-300ER (Baujahr 2009, Sitz 22 A). Weniger Abnützungserscheinungen, wieder ein Abendessen und endlich ein Blick auf das preisgekrönte Unterhaltungsprogramm KrisWorld. Der exzellente Kopfhörer schützt auch vor dem Geschrei kleiner Kinder aus der fernen Economy-Class-Kabine. Alles geht wegen des verspäteten Abflugs schnell, aber sehr professionell vonstatten.
Getränkeservice, Speisen – auf Wunsch serviert Singapore Airlines auch über 30 Spezialgerichte. Und der "Book the Cook"-Service: Bereits vor Abflug kann man die Bordmahlzeit bestellen und sogar festlegen, wann man diese serviert haben möchte. Dabei stehen in der Business Class acht Gerichte zur Auswahl. Doch das Menü bietet ein exzellentes Steak. Beim Weinangebot auf diesem Flug dominieren australische und neuseeländische Winzer. Ein absolutes Highlight: Tinpot Hut Sauvignon Blanc, Marlborough, Neuseeland. Auch die zweite Nacht im Flugzeug verläuft absolut komfortabel. Vor der Landung: ein wunderbares Käseomelette, wie man es nicht oft in einem Flugzeug bekommt, und ein spektakulärer Anflug auf Auckland.
Fazit: Man mag es glauben oder nicht: Die Ankunft in Auckland nach über 21 Stunden reiner Flugzeit erfolgt in einem derart ausgeruhten Zustand, dass von Jetlag beinahe nichts zu spüren war.
Kurt Hoffmann (Frühjahr 2011)
SINGAPORE AIRLINES BOEING 777-300ER | Jeder Sitz verfügt über einen mit 39 Zentimeter Bildschirmdiagonale ausgestatteten LCD-Monitor sowie USB-Schnittstellen und Netzanschlüssen. KrisWorld, das hochmoderne Inflight-Entertainmentsystem bietet wirklich Audio- und Videoprogramme von guter Bild- und Tonqualität, sämtliche Programme sind „on demand“ abzurufen, also zu jeder Zeit zu starten, vor- und zurückzuspulen oder zu unterbrechen.
An Bord der neuen B777-300ER sogar mehr als 1.000 Optionen, darunter Spielfilme, TV-Programme, interaktive Spiele, Audio-CDs etc.
Der Sitzabstand beträgt 130 Zentimeter. Sitz- und somit auch Bettbreite: 76 Zentimeter. Per Knopf-druck verwandelt sich dieser in ein vollkommen flaches Bett mit einer Länge von 193 Zentimetern. Die Rückenlehne lässt sich um 125 Grad nach hinten verstellen. Ungewöhnlich: An Bord werden keine kleinen Taschen mit In-Flight-Zubehör ausgegeben, sondern einzelne Utensilien (Schlafbrillen etc.) separat verteilt.
Kurt Hofmann (Sommer 2011)
www.singaporeair.com
Dieser Bereich ist nur für
Connoisseur Circle Mitglieder zugänglich - Sie können sich
hier anmelden!
Wenn Sie bereits Mitglied sind können Sie sich hier in den exklusiven Member-Bereich einloggen.
Follow us: