China Airlines von Wien nach Taipeh operiert den längsten Nonstop-Flug ab Österreich. Das Check-In am Flughafen Wien verläuft flott, der Aufenthalt in der neu renovierten Air Lounge ist nett und das Boarding verläuft überpünktlich. Der Empfang an Bord ist freundlich, als Begrüßungdrinks werden alkoholfreie Getränke gereicht.
Take Off: on Time. Die geplante Flugzeit: Elfeinhalb Stunden. Mit 62 Flugzeugen zählt die taiwanesische Fluglinie nicht zu den größten Asiens. Derzeit werden zum Beispiel die Boeing 747-400 Jumbos mit einer neuen Business Class ausgerüstet. Unser Testobjekt, ein Airbus A340-300 (Auslieferung 31.Oktober 2001) erstrahlt mit der herkömmlichen Business Class dennoch in einem sehr frischen Zustand. Sitzabstand beachtlich, die Farbtöne der Lederschlafsitze sind in Burgund gehalten. Dezent und unaufdringlich wirkt die Kabine und macht einen sehr sauberen Eindruck.
Zum Kulinarium: Französischer Champagner (Gremilllet) als Einstimmung zum Bereich Catering, in das wir hohe Erwartungen setzen. Nobel-Caterer Do&Co sorgt für das Essen an Bord. Die Anforderungen werden erfüllt. Neben den Vorspeisen, der obligate Lachs, stehen drei Hauptmahlzeiten zur Auswahl. Ein Lammrücken, Seebrasse und ein chinesisches Gericht - Schwein in scharfer Sauce – mit gebratenem Reis. Wirklich ausgezeichnet. Als Weinbegleitung wurde ein fruchtiger Sauvignon Blanc, 2010, Wairau River, Marlborough, Neuseeland auserwählt sowie ein sehr schmackhafter, gut gekühlter Chablis Chardonnay, 2010, aus Frankreich. Die Crew ist freundlich, vor allem effizient und sehr zuvorkommend. Später, irgendwann über dem Schwarzen Meer ist der Lunch beendet, es kehrt Bettschwere ein. Das Inflight-Entertainment offeriert mehr als 150 Auswahl-Möglichkeiten. Nicht die überdrüber Version wie bei anderen Fluglinien des Fernen oder Mittleren Ostens, aber ausreichend. Ein lachender Purser kommt vorbei und fragt nach, ob alles Okay ist. “Is everything fine? If you want to eat something, just call me.”
Ein weiterer Punkt. Die Business Class der China Airlines liegt etwa um bis zu tausend Euro günstiger auf Fernost-Strecken als im Vergleich anderer Gesellschaften. Natürlich. Die Sitze sind nicht „Lie-Flat“ auch nicht in einer festen Schale verbaut, also wenn sich der Vordermann in Schlafposition begibt, kommt dieser einem durchaus nahe. Dennoch, das Produkt kann nach wie vor manchen Mitbewerbern Paroli bieten. Auch die Sitzanordung 2-2-2 gibt ein sehr komfortables Raumgefühl.
Fazit: Gutes Preis/Leistungsverhältnis, wo andere Fluglinien den oftmals gleichen Tarif für eine Premium Economy verlangen. China Airlines ist zudem eine Empfehlung für Weiterflüge zu Destinationen in China (25 Airports über Taipeh erreichbar) aber zu Zielen in Fernost und in den Regionen des Pazifik.
Vor der Landung noch eine Quiche-Lorrraine, Früchte, Croissant etc. Und ein wirklich exzellenter Kaffee, welchen man sich bei vielen Airlines wünschen würde. Die Ankunft erfolgt pünktlich und der internationale Flughafen von Taipeh, vor allem der Terminal 1, wird derzeit und auch notwendiger Weise einem Facelifting unterzogen. Aber das ist eine andere Geschichte.
Kurt Hofmann
(Dezember 2011)
Fotocredit: K.Hofmann
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